Hamburgs Bürgermeister gibt den kurzen Olaf auf. Fast. Peter Tschentscher (SPD) sagt dem Abendblatt, ob der Elbtower fertig gebaut wird: „Da bin ich mir nicht mehr so sicher.“ Drei Jahre Stillstand, 100 Meter Beton — und der Mann, der Scholz’ Ruine beerben musste, redet zum ersten Mal Klartext: Die Stadt zahlt kein Steuergeld für ein „misslungenes privatwirtschaftliches Bauprojekt“.
Die Verhandlungen über den Ankauf von Flächen für das Naturkundemuseum laufen seit dem Eckpunktepapier vom Oktober 2025. 595 Millionen Euro Festpreis, fast die Hälfte des Turms. Tschentscher zur dpa: „Seit dem Beginn der Verhandlungen über den Ankauf von Flächen für das Naturkundemuseum ist viel Zeit vergangen.“ Einen Vertrag, der die Stadt vor Risiken und offenen Rechnungen der Investoren schützt, gibt es nicht. „Bisher ist eine Einigung nicht gelungen.“ Die Stadt bleibe gesprächsbereit — aber: „Wir werden keine Risiken übernehmen.“ Für das Museum müsse ein Plan B her.
Das ist das Ende der Scholz-Erzählung. 2017 in Cannes der Skyline-Pitch, 2023 Signa-Pleite, 2026 der Nachfolger, der nicht mehr glaubt. Fraktionschef Kienscherf hatte die Wahrscheinlichkeit für den Fertigbau schon im August als gering bezeichnet. Zwei Tage später legt Signal Iduna nach: Das Konsortium stehe — die Stadt müsse mitziehen. Mitziehen heißt: Steuergeld, Museum, Festpreis. Tschentscher sagt: Nein. Der kurze Olaf bleibt, wo Scholz ihn hingestellt hat. Bei 100 Metern.
Quelle: Hamburger Abendblatt (12.9.2026) · NDR · dpa / DIE ZEIT
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