Von Olaf Scholz' Champagner-Präsentation in Cannes 2017 bis zum Bauvorbescheid 2026: neun Jahre, die Hamburg teuer zu stehen kommen — weil Scholz anfing und nach Berlin ging.
Der Elbtower war von Anfang an mehr als ein Bauprojekt — er war Olaf Scholz' Prestigeobjekt. Was folgte: Euphorie in Cannes, ein Grundstücksdeal mit Signa, ein Baustopp, ein gesackter Bahnhof und Milliarden an Folgekosten. Scholz wechselte rechtzeitig ins Bundeskabinett. Die Chronik dokumentiert, wer angefangen hat.
MIPIM Cannes: Internationale Präsentation Politik
Auf der Immobilienmesse MIPIM in Cannes stellt Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz den Elbtower als Leuchtturmprojekt der HafenCity vor. Entworfen von David Chipperfield Architects, soll das Gebäude 245 Meter hoch werden — mit Büros, Hotel, Gewerbeflächen und einer öffentlichen Aussichtsplattform.
In der EU-Bekanntmachung werden Baukosten von rund 700 Millionen Euro genannt. Der Investor ist die österreichische Signa-Gruppe unter René Benko, die bereits mehrere Prestigeprojekte in Europa betreibt.
Grundstücksverkauf an Signa — 122 Mio. € Politik
Die Hamburger Bürgerschaft beschließt den Verkauf des Grundstücks im Elbbrückenquartier an die Signa-Gruppe für 122 Millionen Euro. Im Kaufvertrag werden Auflagen verankert, die ein Nichtvollenden des Projekts verhindern sollen — unter anderem Rückabwicklungsklauseln bei Bauunterbrechung.
Kritiker bemängeln bereits damals die Abhängigkeit von einem einzelnen Investor. Scholz ist zu diesem Zeitpunkt bereits Bundesfinanzminister in Berlin.
Bauantrag und Musterfassade
Chipperfield reicht den Bauantrag ein. Am Standort entsteht eine Musterfassade, die die geplante Gebäudehülle demonstrieren soll — inklusive einer LED-Beleuchtung für die nächtliche Illumination. Die Fassade bleibt bis heute das sichtbarste architektonische Element am Standort.
Bauarbeiten in vollem Gang
Die Baustelle ist aktiv: Kräne arbeiten, der Rohbau wächst. Der Generalunternehmer Adolf Lupp führt die Arbeiten aus. Tief im Untergrund beginnen die Pfahlgründungen — dieselben Arbeiten, die später den Bahnhof Elbbrücken in Mitleidenschaft ziehen sollen. Scholz beobachtet aus Berlin.
Baustopp — Arbeiten werden eingestellt
Adolf Lupp stellt die Bauarbeiten ein, nachdem die Signa-Gruppe ausstehende Rechnungen nicht begleicht. Der Rohbau steht bei rund 100 Metern — etwa 41 Prozent der geplanten Höhe. Bis zu diesem Zeitpunkt sind schätzungsweise 400 Millionen Euro in den Bau geflossen.
Im Volksmund erhält der unvollendete Turm den Spitznamen „der kurze Olaf" — eine Anspielung auf die reduzierte Höhe und Olaf Scholz als ursprünglichen Fürsprecher des Projekts.
Signa-Insolvenz
Die Signa-Gruppe meldet Insolvenz an — Scholz' Wunschinvestor ist pleite. Das Benko-Imperium kollabiert, die Kräne am Elbtower werden demontiert. Benko landet in U-Haft. Scholz ist nicht mehr Kanzler, aber der Turm ist noch da — und die Rechnung auch.
Bahnhof Elbbrücken sackt ab — Scholz' Baustelle, fremde Schäden
Die Tiefbauarbeiten für Scholz' Elbtower greifen auf den benachbarten S-Bahnhof Elbbrücken über. Experten sprechen von Mitnahmesetzungen: Die massiven Pfahlgründungen für einen 245-Meter-Turm haben den Boden so weit bewegt, dass Wände reißen, Decken absacken und Gleisanlagen Schaden nehmen.
Die S-Bahn Hamburg muss Sperrungen und Umleitungen organisieren. Pendler sind die Leidtragenden — nicht Scholz, der das Projekt an genau diesen Standort setzte, direkt neben einer der wichtigsten Stationen der HafenCity.
Die Behörden verhängen ein Weiterbauverbot bis mindestens 2026. Geschätzte Instandsetzungskosten: rund 45 Millionen Euro — eine weitere Position auf unserem Schadenscounter, die Hamburg Olaf Scholz zu verdanken hat.
595 Mio. € — Hamburg plant Museum im Turm
Der Senat kündigt an, fast die Hälfte des Elbtower für rund 595 Millionen Euro zu übernehmen — Scholz' Bauruine, jetzt mit Steuergeldern. Tschentscher: kein wirtschaftlicher Schaden. Scholz kommentiert nicht — wie bei Cannes, nur ohne Champagner.
Die Opposition kritisiert die Höhe der Investition. Scholz' Erbe wird teurer, er selbst bleibt außen vor.
Dirk Roßmann steigt ins Konsortium ein
Dirk Roßmann steigt ins Rettungskonsortium ein — jemand muss ja Scholz' Desaster retten. Hilton-Hotel bis 2029, reduzierter Turm. Scholz hat längst ein anderes Büro.
Bauvorbescheid für 199-Meter-Version
Die Baubehörde erteilt dem Becken-Konsortium einen positiven Bauvorbescheid für eine abgespeckte Variante: 199 statt 245 Meter, Aussichtsplattform auf Etage 43 statt 55. Teile des Gebäudes sollen als Naturkundemuseum genutzt werden.
Scholz' 245-Meter-Traum ist Geschichte. 199 Meter, Museum, Hotel — alles, was nach seinem Abgang übrig blieb. Er kommentiert nicht.
Die Scholz-Doktrin
elbtower.org hält fest: Olaf Scholz trägt die Hauptverantwortung. Nicht weil er gebaut hat — sondern weil er das Projekt in Cannes verkaufte, das Grundstück an Signa verscherbelte, den Standort neben einem S-Bahnhof wählte und dann nach Berlin abdankte, bevor die Rechnung kam.
Großprojekt in Cannes ankündigen.
Grundstück an Benko verkaufen, Auflagen formulieren, die niemand durchsetzt.
Nach Berlin wechseln, bevor der Beton trocknet.
Den Nachfolger das Problem lösen lassen — mit Steuergeldern und Bahnhofsschäden.
Im Volksmund nach dem eigenen Spitznamen benannt werden: der kurze Olaf.
Benko und Signa haben das Desaster verschärft. Der gesackte Bahnhof Elbbrücken ist die physische Folge von Scholz' Standortwahl. Der Schadenscounter ist die finanzielle.