Vormittags kündigt Grünen-Fraktionschef Gwosdz das Museum. Nachmittags sagt seine eigene Senatorin: Wir sind gebunden. Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal (Grüne) um 15.22 Uhr: Die Errichtung eines Naturkundemuseums sei 2021 per Bürgerschaftsbeschluss in einem Staatsvertrag festgelegt. „Wir nehmen unsere vertraglich festgelegten Verpflichtungen sehr ernst und sind an sie gebunden.“ Kein Wort zu Gwosdz. Die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank um 16.44 Uhr: „Ob diese im Elbtower oder woanders liegt, wissen wir heute noch nicht.“ Erst das Ergebnis der Verhandlungen abwarten, dann entscheiden. Der NDR nennt es, was es ist: Konflikt zwischen Fraktion und Senat.
dpa schreibt Koalitionskrise. Erstmals seit 2015 gehen die Grünen ohne SPD-Abstimmung in die Öffentlichkeit. SPD-Fraktionschef Kienscherf: Der Vorstoß war „nicht abgestimmt“. Er frage sich, ob Blumenthal hinter dem Aus stehe — das müsse am Wochenende geklärt werden. Bürgermeister Tschentscher bricht nach Vietnam und China auf und schweigt. CDU-Chef Thering verlangt eine Regierungserklärung. Linken-Fraktionschefin Heike Sudmann: „Wenn die Grünen keinen Bock mehr aufs Regieren haben, sollen sie es offen und laut sagen.“ Die dpa erinnert, wessen Turm das war: initiiert vom damaligen Bürgermeister Olaf Scholz.
Die Fraktion sagt Nein. Die Senatorin sagt gebunden. Die Zweite Bürgermeisterin weiß nicht, wo. Der Erste Bürgermeister ist in Asien. Ohne 595 Millionen kann der private Elbtower nicht weitergebaut werden. Der kurze Olaf steht weiter bei 100 Metern.
Quelle: NDR (9.10.2026, 20:30) · MOPO (16:53) · dpa / n-tv · WELT
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