Gestern noch Plan B am Besenbinderhof. Heute sagt der Koalitionspartner: gar kein Museum. Grünen-Fraktionschef Michael Gwosdz zur dpa: „Es ist an der Zeit, umzusteuern: Wir können nicht bei Kitas, Schulen und Hochschulen um jeden Euro ringen und gleichzeitig knapp eine halbe Milliarde für ein großes Museumsprojekt ausgeben.“ Das Gegenangebot von Büll & Liedtke — 495 Millionen, 100 Millionen unter dem Elbtower-Festpreis — überzeugt ihn nicht. „100 Millionen Euro weniger machen aus einem sehr teuren Projekt noch lange kein Schnäppchen.“ Auf dem Elbtower liege generell kein Segen. Die Fraktion werde einer Lösung mit diesen Kosten nicht zustimmen.
Ein Tag nach dem Gegenangebot reißt der letzte öffentliche Anker des kurzen Olaf. Der NDR schreibt es klipp und klar: Ohne die avisierten 595 Millionen Euro kann der private Elbtower nicht weitergebaut werden. Signal Iduna hat den Museumseinzug zur Bedingung gemacht. Kienscherf am 30. September: Es gehe „nicht um die Rettung des Elbtowers“. Heute ist er „verwundert“ — der Vorstoß sei „nicht abgestimmt“, ausgerechnet beim Prestigeprojekt der grün geführten Wissenschaftsbehörde. Tschentscher ist auf Delegationsreise in Asien. CDU-Chef Dennis Thering: Die Grünen verabschiedeten sich faktisch sowohl vom Elbtower als auch vom Neubau eines Naturkundemuseums. Er verlangt eine Regierungserklärung.
Gestern prüfte der Senat 495 Millionen ohne Turm. Heute sagt die Hälfte der Koalition: auch das nicht. Der Turm braucht das Museum. Die Grünen brauchen den Turm nicht. Der kurze Olaf steht weiter bei 100 Metern.
Quelle: NDR (9.10.2026) · MOPO · dpa / n-tv · DER SPIEGEL · WELT
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