Drei Jahre Stillstand, und die SPD sagt es ohne Umschweife: Der Elbtower wird nicht gerettet. Fraktionschef Dirk Kienscherf fordert das Becken-Konsortium auf, das städtische Angebot anzunehmen. Zur dpa: „Die Stadt hat ein Angebot für die Errichtung eines Naturkundemuseums vorgelegt, ein höheres wird es nicht geben.“ Und der Satz, den Hamburg seit dem 12. September schon riechen konnte: „Jetzt sind die Investoren am Zug, dieses Angebot anzunehmen und damit die Grundlage für weitere Verhandlungen zu schaffen.“ 595 Millionen Euro Festpreis, fast die Hälfte des Rohbaus. Nachschlag: ausgeschlossen.

Dann die Klarstellung, die Tschentschers Zweifel in einen Befehl übersetzt. „Es geht hier nicht um die Rettung des Elbtowers, sondern um eine mögliche Realisierung des Naturkundemuseums.“ Kommt ein Deal, entscheidet die Bürgerschaft — im Sinne der Steuerzahler, „nicht im Interesse einzelner privater Investoren“. Signal Iduna teilt derweil mit, die Gespräche seien konstruktiv: „Wir sind optimistisch, dass die Verhandlungen bis zum Jahresende abgeschlossen werden können.“ Tschentscher ist sich seit zwei Wochen „nicht mehr so sicher“. Die Versicherung hofft auf Weihnachten. Die Stadt hofft, dass Becken endlich unterschreibt.

dpa fasst den Stau zusammen: Das Insolvenzverfahren über Signa Elbtower Immobilien ist in Charlottenburg immer noch nicht eröffnet. Gläubiger im Grundbuch haben Vetorecht. Die Höhe soll von 245 auf 199 Meter. Wann der Bau weitergeht? „Das lässt sich nicht abschätzen.“ Scheitert der Deal, ist alles offen — Kienscherf hat einen Abriss nicht ausgeschlossen. Olaf Scholz nannte denselben Turm einst einen „Meisterentwurf“. Übrig sind 100 Meter Beton, drei Jahre Pause und eine SPD, die den kurzen Olaf nicht mehr retten will.

Quelle: dpa / n-tv (30.9.2026) · DIE ZEIT · WELT / dpa (FAQ, 30.9.2026)

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