Wer über die Elbbrücken nach Hamburg fährt, sieht kein Wahrzeichen. Er sieht eine Demütigung. Hundert Meter Beton, offen, rostig, tot — und einen Spitznamen, den die Stadt nicht mehr abschütteln kann: der kurze Olaf. Das ist keine lokale Spöttelei. Das ist die internationale Visitenkarte, die Olaf Scholz Hamburg umgehängt hat.
2018 nannte er Signa ein „hervorragendes Immobilienunternehmen“ und wollte, dass die Hamburger sagen, „das hat Scholz gut gemacht.“ Der STERN zitiert ihn mit einem „Signal der Ambition“. Die Financial Times schreibt die Insolvenz ins Blatt — und dass der Kanzler jeden Kommentar verweigerte. Die englische Wikipedia führt den Turm als construction ruin. An der ETH Zürich ist Hamburg ein Fall in der Diplomarbeit „White Elephants“.
NDR Panorama 3: Der Elbtower sollte „ein Denkmal für den damaligen Bürgermeister“ werden. „Wer der Dumme ist, der den Stein in den Brunnen warf, weiß jeder.“ 122 Millionen Grundstück. 400 Millionen Baukosten. 45 Millionen Bahnhofsschäden. 595 Millionen Museumstraum. Drei Jahre Stillstand. Tschentscher zweifelt. Benko sitzt. Scholz schweigt.
Die Elbphilharmonie hat Hamburg teuer gemacht und berühmt. Der Elbtower hat Hamburg billig gemacht und lächerlich. Zum Titelstück →