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Elbtower Musterfassade in der Hamburger HafenCity

Titelgeschichte · Die Schande des Olaf Scholz · Stand 29. September 2026

Der kurze Olaf

245 Meter waren geplant. 100 Meter stehen. Seit Oktober 2023 ruht die Baustelle — und der Spitzname erinnert an den Mann, der das Projekt in Cannes anschob: Olaf Scholz.

Politische Hauptverantwortung: Olaf Scholz

Die Schande des Olaf Scholz

Olaf Scholz — der Namensgeber der Elbtower-Bauruine
Olaf Scholz, Erfurt 2025. Foto: Steffen Prößdorf / Wikimedia, CC BY-SA 4.0

Wer über die Elbbrücken nach Hamburg fährt, sieht kein Wahrzeichen. Er sieht eine Demütigung. Hundert Meter Beton, offen, rostig, tot — und einen Spitznamen, den die Stadt nicht mehr abschütteln kann: der kurze Olaf. Das ist keine lokale Spöttelei. Das ist die internationale Visitenkarte, die Olaf Scholz Hamburg umgehängt hat.

2018 nannte er Signa ein „hervorragendes Immobilienunternehmen“ und wollte, dass die Hamburger sagen, „das hat Scholz gut gemacht.“ Der STERN zitiert ihn mit einem „Signal der Ambition“. Die Financial Times schreibt die Insolvenz ins Blatt — und dass der Kanzler jeden Kommentar verweigerte. Die englische Wikipedia führt den Turm als construction ruin. An der ETH Zürich ist Hamburg ein Fall in der Diplomarbeit „White Elephants“.

NDR Panorama 3: Der Elbtower sollte „ein Denkmal für den damaligen Bürgermeister“ werden. „Wer der Dumme ist, der den Stein in den Brunnen warf, weiß jeder.“ 122 Millionen Grundstück. 400 Millionen Baukosten. 45 Millionen Bahnhofsschäden. 595 Millionen Museumstraum. Drei Jahre Stillstand. Tschentscher zweifelt. Benko sitzt. Scholz schweigt.

Die Elbphilharmonie hat Hamburg teuer gemacht und berühmt. Der Elbtower hat Hamburg billig gemacht und lächerlich. Zum Titelstück →

Live-Schadenscounter Elbtower

Geschätzte Gesamtkosten des Elbtower-Desasters — basierend auf öffentlichen Zahlen zu Baukosten, geplantem Museumskauf, Bahnhofsschäden und laufendem Stillstand.

Geschätzte Gesamtkosten (Echtzeit)

—

Berechnung läuft …

Jede Position auf diesem Counter knüpft an Entscheidungen, die unter Olaf Scholz als Erstem Bürgermeister und unter seinem Nachfolger fortgeschrieben wurden. Scholz verkaufte die Vision in Cannes und das Grundstück an Signa — Hamburg zahlt die Folgekosten.

Wie wir rechnen

Das ist keine Behördenveröffentlichung, sondern eine redaktionelle Schätzung aus Presseberichten, Bürgerschaftsdebatten und bekannten Projektzahlen. Sie soll sichtbar machen, was „kein wirtschaftlicher Schaden“ in der Praxis bedeuten kann — und warum der Stillstand jeden Tag teurer wird.

Ohne die politische Freigabe und Vermarktung des Projekts gäbe es weder den Rohbau noch die späteren Rettungsdeals. Die Signa-Insolvenz hat das Desaster ausgelöst; die politische Vorgeschichte hat es ermöglicht. Zum Bahnhof-Bericht →

400 Mio. €Signa-Baukosten bis zum Baustopp
595 Mio. €geplante Steuermittel fürs Naturkundemuseum
122 Mio. €Grundstücksverkauf an Signa (2019)
~45 Mio. €Schäden am Bahnhof Elbbrücken
~53 Mio. €Bewachung, Wartung, Rechtskosten
+ live~28,5 Mio. €/Jahr laufender Stillstand

Hinweis: Redaktionelle Schätzung auf Basis öffentlicher Quellen. Stand der Methodik: Juli 2026. Politische Bewertung: Hauptverantwortung bei Olaf Scholz als Initiator.

100m
Aktuelle Höhe
41%
von 245 m
199m
Neue Zielhöhe
2029
Geplante Fertigstellung

Was ist der Elbtower?

Der Elbtower ist ein unvollendetes Hochhaus im Elbbrückenquartier der Hamburger HafenCity. Er sollte das höchste konventionelle Gebäude der Stadt werden — 245 Meter, Büroflächen, Hotel, öffentliche Aussicht und Gewerbe. Architekt war David Chipperfield; Investor die österreichische Signa-Gruppe.

Im Oktober 2023 stoppte Generalunternehmer Adolf Lupp die Arbeiten, weil Rechnungen offen blieben. Der Rohbau blieb bei rund 100 Metern stehen. 2024 folgte die Signa-Insolvenz. Seither ist der Elbtower weniger Skyline-Versprechen als Mahnmal: für riskante Immobilienfinanzierung, für politische Prestigeprojekte — und für einen ehemaligen Bürgermeister, der das Projekt international vermarktet hatte.

Seit 2025/2026 verhandelt ein Konsortium um Dieter Becken über den Weiterbau. Bürgermeister Tschentscher zweifelt erstmals offen: „Da bin ich mir nicht mehr so sicher.“ Signal Iduna sagt, die Stadt müsse mitziehen. Ole von Beust fordert den Fertigbau; Olaf Scholz feiert in Berlin. Kühne ist tot, die SPD blockt Nachschlag. Die geplante Höhe: 199 Meter. Fertigstellung: offen. Bis dahin bleibt der Turm, was er ist: die Bauruine „der kurze Olaf“.

Elbtower Bauruine Westseite Hamburg
Foto: Wikimedia Commons / CC BY-SA

Olaf Scholz und der Elbtower

Im März 2017 stellte Olaf Scholz den Elbtower auf der MIPIM in Cannes vor. Das war keine Randnotiz: Die Stadt verkaufte Vision und Standort an Investoren und Öffentlichkeit. 2019 ging das Grundstück für 122 Millionen Euro an Signa. Scholz war da bereits Bundesfinanzminister.

Die politische Botschaft damals: privat finanziert, städtebaulich mutig, international sichtbar. Die Realität 2026: Baustopp, Insolvenz, Setzungsschäden am Bahnhof Elbbrücken, Streit über 595 Millionen Euro Steuermittel für ein Museum im Rohbau. Benko sitzt in U-Haft. Scholz kommentiert das Hamburger Erbe so gut wie nie.

elbtower.org hält fest: Wer ein Großprojekt als Bürgermeister startet und den Investor wählt, kann die Verantwortung nicht mit dem Umzug nach Berlin abgeben. Zur Chronik →

Akteure im Überblick

Olaf Scholz: Als Erster Bürgermeister präsentierte er den Elbtower 2017 in Cannes und stieß die politische Weichenstellung an. Seit 2018 in Berlin (zuerst Finanzminister, dann Kanzler). Für elbtower.org der politische Hauptverantwortliche.

Signa-Gruppe / René Benko: Investor und Bauherr. Nach Zahlungsausfällen 2023 Baustopp; 2024 Insolvenz. Benko befindet sich in österreichischer Untersuchungshaft.

Adolf Lupp GmbH: Generalunternehmer, stellte im Oktober 2023 die Arbeiten ein; später wieder im Rettungskonsortium genannt.

Becken-Konsortium: Dieter Becken, Dirk Roßmann, Signal Iduna, Adolf Lupp — und bis zu seinem Tod am 24. August 2026 Klaus-Michael Kühne. Exklusivverhandlungen über den Weiterbau; Bauvorbescheid für 199 Meter im März 2026.

Freie und Hansestadt Hamburg: Verkäuferin des Grundstücks, später Verhandlungspartnerin und geplante Käuferin von Gebäudeteilen für das Naturkundemuseum (Festpreis 595 Mio. €).

David Chipperfield Architects: Entwurf des Turms.

S-Bahn / Bahnhof Elbbrücken: Unmittelbarer Nachbar; Setzungsschäden führten 2025 zu einem Weiterbauverbot bis März 2026.

HafenCity Elbbrückenquartier mit S-Bahnhof neben dem Elbtower
Foto: Wikimedia Commons / CC BY-SA

Bahnhof Elbbrücken — der Preis des Standorts

Der S- und U-Bahnhof Elbbrücken liegt nur wenige Meter vom Elbtower entfernt. Genau dort, wo Scholz’ Prestigeprojekt den „Ostabschluss“ der HafenCity setzen sollte, meldeten Experten 2025 gravierende Schäden: Risse, Absenkungen, belastete Gleisanlagen.

Ursache nach Behörden- und Medienlage: Mitnahmesetzungen durch die Tiefbau- und Gründungsarbeiten für den Hochhausrohbau. Die Deutsche Bahn hatte schon 2021 Bedenken geäußert und vertragliche Haftungszusagen verlangt. Im März 2025 folgte ein Weiterbauverbot — vorläufig bis 23. März 2026. Geschätzte Sanierungskosten: rund 45 Millionen Euro.

Der Standort war keine Zufallswahl. Wer einen 245-Meter-Turm direkt neben eine zentrale Bahnhofsstation setzt, übernimmt das Risiko. Die politische Freigabe lag in der Ära Scholz und seiner Nachfolger. Die Pendler und die Stadt zahlen die Reparatur — nicht der ehemalige Bürgermeister in Berlin.

Zum News-Bericht →

Elbtower News — Schlagzeilen

Alle Elbtower-News →

Fotogalerie Elbtower

Von der Vision im Stadtmodell bis zum stillgelegten Rohbau — die Bauruine in der HafenCity in Bildern.

Vollständige Galerie →

Häufige Fragen zum Elbtower

Was ist der Elbtower?

Der Elbtower ist ein unvollendetes Hochhaus in der HafenCity Hamburg. Geplant waren 245 Meter und 64 Etagen. Der Rohbau steht bei etwa 100 Metern; seit Oktober 2023 ruht die Baustelle.

Warum heißt der Turm „der kurze Olaf“?

Im Volksmund wird der 100-Meter-Rohbau so genannt — in Anspielung auf Olaf Scholz, der das Projekt 2017 als Erster Bürgermeister in Cannes vorstellte, und auf die deutlich unter der Planung liegende Höhe. Ausführlich: Essay „Der kurze Olaf“.

Was kostet die Elbtower-Bauruine?

Schätzungsweise über 1,2 Milliarden Euro, wenn man Baukosten, geplante Museumsübernahme, Bahnhofsschäden und laufenden Stillstand zusammenrechnet. Details im Live-Schadenscounter.

Was passiert als Nächstes mit dem Elbtower?

Tschentscher zweifelt am Fertigbau. Signal Iduna will, dass die Stadt mitzieht. Ole von Beust fordert den Fertigbau. Olaf Scholz feiert in Berlin. Kühne ist tot, die SPD blockt Nachschlag. Der kurze Olaf steht weiter bei 100 Metern.

Wer trägt die Verantwortung für das Scheitern?

Bauherr und Finanzier war Signa/Benko. Die politische Weichenstellung — Präsentation, Grundstücksdeal, Standort — liegt in der Ära von Olaf Scholz. elbtower.org sieht darin die politische Hauptverantwortung, ohne die unternehmerische Schuld der Investoren zu leugnen.

Was ist mit dem Bahnhof Elbbrücken passiert?

Tiefbau und Gründung für den Elbtower führten zu Setzungsschäden am benachbarten Bahnhof. 2025 verhängten Behörden ein Weiterbauverbot bis März 2026; Sanierungskosten werden auf rund 45 Millionen Euro geschätzt. Mehr dazu.

Wo finde ich aktuelle Elbtower-News?

Im News-Bereich: Bauvorbescheid, Hotelpläne, Bürgerschaft, Museum und Status des Weiterbaus — chronologisch und mit Quellen.